Verpackungsmaterial – warum setzt Greendoor neben Metall und Glas auch Plastik ein?

Kosmetik und Naturkosmetik müssen den geltenden Gesetzen in Europa entsprechen. Dazu zählen Vorschriften zur Hygiene und Verpackungen. Natürlich muss sich Greendoor daran halten.

So haben wir die Auswahl zwischen vier grundsätzlichen Materialien für die Verpackung unserer Produkte: Metall, Glas, Papier und Plastik.

Greendoor verwendet alle vier Verpackungsarten – je nachdem, was aus unserer Sicht nach allen Kriterien am besten geeignet ist. Natürlich machen wir uns intensiv Gedanken zum Produktschutz, zum Handling beim Verbraucher, zu Sicherheitsaspekten aber selbstverständlich ebenso zur Nachhaltigkeit und zu den Umweltauswirkungen. Medienhypes wie das Plastik-Bashing spielen für uns dagegen keine Rolle – das ist Öko-Populismus, weil es das Problem maximal vereinfacht und dadurch zu einer fehlerhaft verzerrten Botschaft führt. Wir interessieren uns für die tieferen Zusammenhänge und Auswirkungen.

Jedes der genannten Verpackungsmaterialien hat spezifische Vorteile und spezifische Nachteile hinsichtlich Verbraucher-Freundlichkeit, Produkt-Schutz, Verfügbarkeit, Verwendungsrisiken und Umweltauswirkungen. Keines ist grundsätzlich besser als das andere. Wir beleuchten nachfolgend die wesentlichsten Aspekte der Materialien und unserer Überlegungen dazu.

Papier

Papier ist grundsätzlich nachhaltig, relativ natürlich und sehr gut zu recyceln. Es hat deutliche Nachteile aufgrund seiner Eigenschaften, Fett und Wasser aufzusaugen. Es dient somit nur in sehr wenigen Fällen dem direkten Produktschutz, wie beispielsweise bei Naturseifen und Badepralinen. Auch darf man den Energieaufwand bei der Papierherstellung nicht vernachlässigen. Wir setzen Papier vor allem im Versand ein, neben Maisstärke-Flocken.

Plastik

Plastik ist leicht, was beim Versand von Produkten über weite Strecken von Vorteil ist. Zudem wird bei der Herstellung weniger Energie benötigt als beispielsweise bei Metallen oder Glas. Bei ausreichender Kennzeichnung und entsprechender Sammlung ist ein Recycling der meisten Plastiksorten gut möglich, hier werden aktuell Fortschritte erzielt. Die Alternative ist die Energiegewinnung nach dem Packungslebenszyklus, also die Verbrennung benutzter Plastikverpackungen. Die Verbrennung ist wie die Verbrennung von Erdöl zu sehen, nur mit dem Umweg der Nutzung als Verpackung als Zwischenschritt. Es gibt auch Plastik aus nachwachsenden Rohstoffen. Abgesehen davon, dass es noch recht teuer ist und sich optisch nicht vom herkömmlichen Plastik unterscheidet, basiert es auf Nahrungspflanzen. Auch dies kann ein Dilemma darstellen.

Plastik hat ein schlechtes Image vor allem wegen der Bilder von Müllstrudeln in den Meeren. In Europa landen Plastikverpackungen von Kosmetika normalerweise nicht in den Meeren – anders als viele Plastikflaschen, die man beim Picknick, beim Strandausflug oder beim Bootsausflug mit sich führt. Wer schmiert sich schon am Strand oder beim Picknick mit Deo Creme ein? Abgesehen davon, dass anders als beim Wasser das Produkt nicht geöffnet und komplett geleert wird sondern 6 Monate lang in Gebrauch ist. Es kommt also sehr stark darauf an, was für ein Produkt mit welchem Verwendungszweck man betrachtet. Die EU unterscheidet hier sehr präzise und kümmert sich vor allem um das Plastik, das auch in Europa zu oft in der Umwelt landet: Plastiktüten, Einweggeschirr, Einwegbesteck, Strohhalme und Plastikflaschen, die nach wenigen Minuten Verwendung ausgedient haben.

Produkte aus Plastik sind für die Verbraucher meist einfach zu bedienen, die Gleiteigenschaften der Gewinde sind hervorragend und langlebig. Die Packungen sind dicht und je nach Plastiksorte flexibel. Eigenschaften, die viele Verbraucher positiv hinsichtlich dem täglichen Gebrauch empfinden. Plastik hat zudem ein geringes Verletzungsrisiko im Bereich des Badezimmers, da es verhältnismäßig bruchstabil ist und keine Bruchstücke mit Verletzungsgefahr entstehen.

Glas

Glas wird von vielen Verbrauchern geliebt und gilt allgemein als „gut“ und „umweltfreundlich“. Das ist es leider nicht, was vor allem mit dem Herstellungsprozess zu tun hat. Laut Umweltbundesamt und laut BUND für Naturschutz e.V. hat Einwegglas die schlechteste Umweltbilanz von allen Verpackungsmaterialien. Der Grund ist schlicht: Die Herstellung bei mehr als 1.400°C verschlingt Unmengen von Energie. Bei jedem Recycling aufs Neue. Das verursacht eine verheerende CO2-Bilanz. Glas muss wegen der Bruchgefahr dickwandig hergestellt werden, es ist also eine sehr sehr schwere und materialintensive Verpackung. Entsprechend hoch ist auch der CO2-Ausstoß beim Versenden der Produkte. Im Badbereich herrschen in Europa Fliesenböden vor, die entsprechend hart und unelastisch sind. Eine herunterfallende Kosmetikverpackung aus Glas wird in dieser Umgebung mit hoher Wahrscheinlichkeit Glassplitter produzieren. Ein erhebliches und unangenehmes Verletzungsrisiko. Für Kinderprodukte im Bad sowie für Produkte im besonders rutschigen Dusch- und Badewannenumfeld also kein wirklich geeignetes Material. Andererseits gibt es Glasspezialitäten wie Braunglas, Violettglas oder weißes Glas, die einen besonderes guten Produktschutz vor UV-Licht bewirken. Wenn dann die Inhaltsstoffe noch besonders teuer sind, hilft Glas, das Produkt optimal zu schützen und den Verbraucher diese „Wertigkeit“ auch spüren zu lassen.

In Deutschland wird der Strom für die Glashütten praktisch ausschließlich aus Braunkohle und Steinkohle gewonnen. So ist man beim Glaskauf auch Teil der Vernichtung des Hambacher Forstes. Man ist aber auch Mitverursacher von einer enormen CO2-Bilanz, die den weltweiten Klimawandel befeuert. Allerdings ist CO2 unsichtbar und die Medien tun sich schwer, hier ebenso unerfreuliche Bilder zu finden, wie vom Plastikmüll im Meer. Das CO2-Problem ist also viel abstrakter, weniger greifbar und damit von uns Menschen schnell wieder vergessen.

Glasprodukte haben noch einen Effekt, über den man nahezu nie etwas liest: die Quecksilbervergiftung unserer Böden. Das Quecksilber entsteht bei der Braunkohleverstromung mangels des Einsatzes von Filtern in den deutschen Kraftwerken und wird mit dem Wind gleichmäßig verteilt. Daran denkt man beim Glaskauf üblicherweise nicht. Da Glashütten zu den Intensiv-Stromverbrauchern gehören, bekommen sie ihren Strom vergünstigt. Sie zahlen beispielsweise keine EEG-Umlage, was heißt, dass jeder von uns über den Privatstrompreis Glas zusätzlich subventioniert. Daher ist Glas für uns Unternehmen trotz des hohen Energieaufwandes ziemlich günstig – warum sonst sollten Essig-Gurken und viele andere sehr preiswerte Produkte in Glasverpackungen stecken?

Abgesehen von der Bruchgefahr ist Glas vom Handling her für den Verbraucher positiv. Aufgrund des weit verbreiteten Positiv-Images von Glas lassen sich in Glas verpackte Kosmetikprodukte teurer verkaufen.

Metall

Für Verpackungen aus Metall gilt hinsichtlich der einzusetzenden Energie Ähnliches wie für Glas, auch wenn der Schmelzpunkt für Aluminium bei bescheidenen 660°C liegt. Lediglich das Gewicht ist deutlich vorteilhafter, weil Metallverpackungen sehr viel dünnwandiger gehalten werden können. Metalle wie Stahl und Aluminium brechen nicht, sie bekommen lediglich Dellen beim Sturz im Haushalt. Das ist ein positiver Sicherheitsaspekt. Metallverpackungen sind leider ohne den Einsatz von speziellen Kunststoffen mit chemischen Weichmachern oft nicht absolut dicht, was für uns die Verwendbarkeit einschränkt. Verbraucher haben mit Metalldosen mit Schraubverschlüssen sehr oft Probleme, da die Gewinde nicht so gut gleiten und auch einmal verkanten können. Wir haben aus diesen Gründen bereits Produktverpackungen von Metall auf Plastik umstellen müssen wie beispielsweise bei der Deo Creme.

Es gilt also viele Dinge zu berücksichtigen, wenn man für ein Produkt die richtige Verpackung finden möchte. Vor allem die Gesamtbilanz in der Umweltbelastung, der Sicherheitsaspekt von der Hygiene bis zur Verletzungsgefahr im Raum des üblichen Gebrauchs bis hin zum Produkthandling beim Verbraucher sind wichtig. Zu guter Letzt spielt es auch eine Rolle, über welche Strecken ein Produkt transportiert wird. Für lange Transportwege ist eine leichte Verpackung zusätzlich vorteilhaft für die CO2-Bilanz.

 

Fazit

Es gibt kein griffiges Fazit. Zumindest nicht eine klare Aussage „Plastik“ ist besser als „Glas“ oder umgekehrt. Wir müssen begreifen, dass alles was wir tun und konsumieren eine Auswirkung auf die Umwelt hat.

 

Spezieller Umweltbeitrag von Greendoor

Greendoor leistet hierbei einen aus unserer Sicht viel entscheidenderen Umweltbeitrag. Verpackungsvermeidung ist das wirksamste Mittel.

Unsere Produkte stellen wir zumeist in konzentrierter Form her. Auf kleinstem Volumen erhält man Produkte mit kleiner Verpackung, die sehr lange reichen. So wird Verpackung auf das notwendigste Minimum reduziert und man muss weniger oft neue Produkte = Verpackungen nachkaufen - der Abfall über ein Jahr betrachtet reduziert sich so mit Greendoor Produkten erheblich.

Beispiel Deo Creme: eine kleine 50ml-Dose reicht bei korrekter Anwendung mindestens 6 Monate und ist zu 100% entleerbar. Schwere Glas-Deo-Roll-Ons dagegen bestehen aus viel Wasser und sind nicht sehr ergiebig. In der gleichen Zeit benötigt man 3-6 dieser Produkte.

Beispiel Greendoor Balsame: sie sind mindestens 4-mal ergiebiger als eine herkömmliche Creme, was eine Packungseinsparung von 75% zur Folge hat. Im Gegensatz zu einer Tube sind die Metalldosen von Greendoor zu 100% entleerbar.

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.

AUSGEZEICHNET.ORG